Freiwillige Feuerwehr Offstein

 

So wie in allen Gemeinden musste auch in Offstein für den Schutz von Hab und Gut der Bürger eine Feuerwehr unterhalten werden. Nach einer Unterlange im Staatsarchiv Speyer aus dem Jahr 1497 erfolgte damals die Offsteiner Feuerbekämpfung durch die Erhebung eines Feuereimergeldes. Diese bezifferte sich auf drei Gulden.

 

Nachweislich ist das Feuereimergeld bis zum Jahr 1911 erhoben worden. Aus einer Urkunde aus dem Jahr 1602 der Gemeinde Heppenheim geht hervor, dass Heppenheim bei Bränden Offstein einen Feuerwehrwaagen einsetzen musste, der von 2 Pferden gezogen wurde. Für jeden Einsatz musste Offstein sechzehn Gulden zahlen. Später erhielten sie eine Saug- und Druckspritze. Auch hier wurde sehr viele Feuerwehrmänner benötigt. Es musste jeder, der gesundheitlich in der Lage war , vom 18. bis 40. Lebensjahr zum Dienst erscheinen.

 

Da diese Saug- und Druckspritze keine hohe Saugleistung hatte, musste sie durch Wasserfuhren und später - nachdem die Wasserleitungen gelegt waren - durch Hydranten gespeist werden. Zu den Wasserfuhren wurden die Landwirte verpflichtet. Dies wurde beibehalten, bis im Jahr 1940 eine Motorspritze angeschafft wurde. Im Jahr 1934 wurde aus der Pflichtfeuerwehr eine "Freiwillige Feuerwehr" gegründet. Nach dem Krieg stand die Feuerwehr unter Kontrolle der Militärregierung. Die gesamte Feuerwehr durfte nur aus 21 Mann bestehen. Als diese Verfügung aufgehoben wurde, waren wieder Idealisten bereit, aus der Pflichtfeuerwehr eine Freiwillige Feuerwehr zu machen. Es erging die Bitte an alle ehemaligen Mitglieder, der Freiwilligen Feuerwehr als passives Mitglied beizutreten. Ebenfalls erging die Bitte an alle Einwohner, der Freiwilligen Feuerwehr als fördernde Mitglieder beizutreten. Es war in beiden Fällen ein guter Erfolg. Mit Hilfe dieser Beiträge konnte vieles für die Ausrüstung und Uniformierung getan werden. Da die alte Motorspritze sowie Schlauchmaterial durch den Krieg sehr in Mitgliedschaft gezogen war, wurde dann eine neue Motorspritze von der Gemeinde angeschafft und das Schlauchmaterial ergänzt.

 

Um einen schnelleren Einsatz zu gewährleisten, wurde ein Tragkraft-Spritzenfahrzeug angeschafft. Der Geräteraum im alten Rathaus erwies sich dann als nicht mehr ausreichend, so das die Wehr in einen Raum in der Gartenstrasse umziehen musste. Zu der Ausrüstung kam noch eine mechanische Leiter, so daß sich auch dieser Raum als zu klein erwies. Es wurde nach langen Beratungen der Bau eines neuen Gerätehauses beschlossen, was auch im Jahr 1970 seine Verwirklichung erfuhr. Das neue Gerätehaus soll im Jahr 1971 seiner Bestimmung übergeben werden.

 

Mögen auch in Zukunft Idealisten bereit sein, unseren Bürgern Hab und Gut nach dem Motto "Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr" zu schützen.